Februar 2026 – Winterarbeiten sind die Maloche, die zum Sommerfolg führt
In der Imkerei gibt es immer was zu tun…
…wir sind ja schließlich Bienenhaltende und keine Faul-lenzer. Der Kalender sagt zwar Winter, doch bei Sonnenschein und windstillem und trockenem Wetter zieht es mich in meine Imkerei – für die Winterarbeiten – und somit für die Saisonvorbereitung. Was gilt es also zu tun?
Gut, dass ich das nicht das erste Mal mache – wenngleich die Vorbereitung in den seltensten Fällen den sich dann ergebenden Realitäten entsprach. Ich hab´s mal für Euch zusammengeschrieben:
In jedem Fall gilt: Wer drinnen seine Winterarbeiten erledigt, hat im Mai, wenn der Raps honigt, die Hände frei(er) für das Wesentliche: Die Bienen.
1. Das zweite Gold der Imkerei: Wachskreislauf und -aufbereitung – perfekte Winterarbeit.
Der Winter ist die ideale Zeit für die „schmutzige“ Arbeit. Wer seine Altwaben noch in den Zargen oder Säcken lagern hat: Ab in den Schmelzer damit!
Wachs ist das Gedächtnis des Bienenstocks. Altes Wachs speichert Rückstände und Krankheitserreger. Daher ist die konsequente Rotations-Betriebsweise unser Hygienestandard.
- Warum jetzt?
Es ist draußen zu kalt für Bienenflug. Das bedeutet: Keine Räubereigefahr! Wenn du im Sommer Wachs schmilzt, lockst du mit dem Duft jede Biene im Umkreis von 3 Kilometern an und löst eine wilde Räuberei am Stand aus. Jetzt, im Winter, interessiert das keine Biene – Du kannst also in Ruhe arbeiten. - Der Wachskreislauf:
Altes Wabenwerk (besonders dunkle Brutwaben) gehört eingeschmolzen. Das ist notwendige Hygiene. Krankheitserreger und Rückstände werden aus den Völkern entfernt, und wir gewinnen unser eigenes Wachs für neue Mittelwände zurück.
In der Rotations-Betriebsweise in der Einfachbeute läuft der Wachskreislauf folgendermaßen ab: Mein Wachs-Zyklus:- Jahr 1: Mittelwände werden im Honigraum (Zarge oben) ausgebaut.
- Jahr 2: Rähmchen wandern eine Etage tiefer in den oberen Brutraum.
- Jahr 3: Die Rähmchen rotieren in den unteren Brutraum und werden nach der Saison (oder bei der Durchlenzung) entnommen und eingeschmolzen
- Tipp:
Das Trester-Material (die Reste im Schmelzer) ist ein hervorragender Kaminanzünder. Nichts verkommen lassen – statt dessen Nachhaltigkeit!
Dampfentsafter zum Wachsschmelen
Wachsschmelzer links
Meine Arbeitsläche – oben Rähmchenaufhängung
2. Material-Inventur & Motten-Prävention
Ein leidiges Thema, aber überlebenswichtig für unser Material: Die Große Wachsmotte. Besonders auf bebrütete Waben hat sie es abgesehen. In den Häutchen der verpuppten Bienenlarven finden die Mottenlarven Eiweiß und Nährstoffe. Unbebrütete Honigraumwaben sind meist uninteressant, aber das braune Brutwachs ist ein Festmahl für den Schädling.
- Materialinventur:
- Sind genug Rähmchen gedrahtet und Mittelwände eingelötet?
(Faustregel: Man hat immer zu wenig). - Zargen & Böden: Muss irgendwo nachgestrichen werden? Sind die Auflageschienen sauber?
- Werkzeug: Ist der Stockmeißel noch da (oder wieder im hohen Gras verschollen)? Gerne einmal ordentlich abflämmen.
- Smoker. Mal saubermachen und auskratzen – schadet nicht.
- Nur jetzt ist die Zeit zu reparieren. Schraube hier, Nagel da, und wenn der Specht da war, dann kann auch gebohrt oder gespachelt werden.
Wenn die Saison losgeht, fehlt dafür schlicht die Zeit.
- Sind genug Rähmchen gedrahtet und Mittelwände eingelötet?
- Wabenkontrolle und Motten-Prävention
- Unbebrütete Honigraumwaben sind meist sicher, die lagere ich luftig auf einem Hängesystem in der Imkerei oder setze sie bereits in gesäuberte Zargen, damit sie zum einen nicht im Weg sind, und zum anderen in der Zarge bestens vorbereitet für ihren Einsatzzweck sind.
Tipp: Bewährt hat sich die Rähmchensortierung im Wechsel von ausgebauten Waben und Rähmchen mit Mittelwänden. - Die „strittige“ Schwefel-Methode : Um die eingelagerten Waben wie aussortiert Honig, Pollen oder Brutwaben (in Zargentürmen) zu schützen, hilft Abschwefeln.
Brutwaben sollten eigentlich nicht mehr vorhanden sein, aber… manchmal holt die Realität einen ein. Dennoch: höchstes Gebot ist immer Eure je eigene Sicherheit, daher zwingend beachten:- Sicherheit: Schwefeldioxid ist giftig und reizend. Bitte nur draußen und nicht gegen den Wind arbeiten! Und vorsicht, Brantgefahr!
- Physik beachten: Schwefelgas ist schwerer als Luft. Der brennende Schwefelstreifen muss oben in den passendes Behältnis auf einer entsprechenden Unterlage (Fließe, Schieferplatte o.ä.) in den Zargenturm gestellt werden. (Auf dem Bild sieht man die Schieferplatte aka Fließe nicht). Das Gas sinkt dann durch alle Etagen nach unten und erledigt Larven und Falter.
- Wiederholung: Schwefel tötet meist nicht die Eier der Motte ab. Eine Wiederholung nach 2-3 Wochen (bei wärmerem Wetter) kann sinnvoll sein.
- Unbebrütete Honigraumwaben sind meist sicher, die lagere ich luftig auf einem Hängesystem in der Imkerei oder setze sie bereits in gesäuberte Zargen, damit sie zum einen nicht im Weg sind, und zum anderen in der Zarge bestens vorbereitet für ihren Einsatzzweck sind.
3. Winterarbeiten am Bienenstand: Futterstand prüfen
Das Wichtigste an den Völkern jetzt: Haben die Ladies noch genug zu beißen? Viele Völker gehen jetzt wieder ins Brutgeschäft. Ein Blick unter die Folie (ohne die Waben zu ziehen!) oder durchs Sichtfenster zeigt oft Kondenswasser. Das ist ein gutes Zeichen, denn Brut erzeugt Wärme und Feuchtigkeit. Aber: Heizen kostet Energie. Wer brütet, verbraucht massiv Futter.
- Die Methode: Lupft die Beute hinten leicht an.
- Fühlt es sich an, als wäre die Kiste am Boden festgeschraubt? -> Alles super.
Es sei denn, sie ist festgefroren 😉 - Geht sie hoch wie ein leerer Koffer?
-> Alarmstufe Rot! Hier muss sofort notgefüttert werden (am besten mit Futterteig direkt über dem Bienensitz).
- Fühlt es sich an, als wäre die Kiste am Boden festgeschraubt? -> Alles super.
Zu den Besuchen an den Außenständen habe ich bereits meine Tipps im Beitrag Neujahrscheckup gelistet.
Serviceorientiert, wie ich bin, hier nochmal für Euch:
Recap:
Exkurs: Checkliste für die Standbegehung im Winter (Tipps für Jungimkernde)
Bevor wir überhaupt irgendetwas anfassen oder öffnen, scannen wir die Lage. Was verrät uns der bloße Blick auf die Kiste im Winter?
4. Die Gretchenfrage: Offener vs. Geschlossener Boden
Eine Glaubensfrage, die jeden Winter neu entflammt. Soll der Bodenschieber (die Windel) rein oder raus?

Die klare Empfehlung
Es kommt drauf an! Nämlich auf dein Beutensystem und deine Betriebsweise.
Ich imkere in der Hohenheimer Einfachbeute (Holzmagazin). Und hier ist die Antwort für mich klar: Der Schieber bleibt draußen.
Warum? Weil das Problem im Winter ist nicht die Kälte, sondern die Feuchtigkeit ist. Letztere führt zur Schimmelbildung und schädigt somit das Mikroklima innerhalb der Beute. Wenn der Schieber drin ist, kann die feuchte verbrauchte Luft nicht abziehen, was zu Staufeuchtigkeit führen kann, deshalb Luftzirkulation ermöglichen. Die Wärme halten sie oben in der Traube („warmer Kopf“), unten darf es ziehen („kalte Füße“).
Stypropobeuten
Wer Styropor-Beuten nutzt, muss den Boden sowieso offen lassen, sonst entsteht eine Tropfsteinhöhle und ihr werdet vom Bienenhaltenden zum Schimmelzüchter.
Bienenbox

Hier sieht die Situation etwas anders aus, da die Beute anders aufgebaut ist und somit eine andere Betriebsweise benötigt wird.
Daraus folgt: die Bienen leben und arbeiten hier in der Horizontalen, sprich der Honig wird nicht nach oben sondern nach rechts gesammelt und gelagert.
Hier sowie in anderen Trogbeutensystemen sollte der Boden geschlossen werden.
Wann also soll die Windel rein?
Bei mir: Nur zur Diagnose (Gemüllkontrolle für 3 Tage) oder kurzzeitig im Frühjahr zur Durchlenzung, wenn die Völker massiv brüten. Aber jetzt, zur Überwinterung, gilt: Durchzug ist besser als Sauna.
(außer bei der Bienenbox von den Stadtbienen 😉 )

Winterarbeit – Die Grundlage für eine erfolgreiche Bienensaison (& Checklisten-Download)
Wer seine Winterarbeiten erledigt und seine Hausaufgaben macht, kann im Mai entspannt beim „HowToBee“-Kaffee zusehen, wie die Ladies den Honig eintragen.
Euer CaminoImker, 02.2026.













